Wieviel Angela Merkel ist für die Demokratie zuträglich? – Teil 2

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von Rainer Ernst Schütz

Und ethisch emphiehlt sich eine Verhaltensweise, die ich repressive Toleranz nennen möchte. Viele Anhänger extremer Auffassungen, vor allem Jugendliche, wollen vor allem auffallen. In dem Maß, in dem jede blöde Äußerung, jedes Geschmiere an irgendwelchen Wänden nicht nur mit der nötigen strafrechtlichen Härte verfolgt wird, sondern darüber hinaus auch noch zu sofortigen Spitzenmeldungen einer alarmistischen Medienlandschaft führt, wird in Wahrheit das Tun dieser Gruppen nicht bekämpft, sondern exzessiv gefördert. Viel klüger wäre da ein Vorgehen, das an strafrechtlicher Härte nichts zu wünschen übrigläßt, aber diesen häufig in jeder Hinsicht armseligen Tätern keine mediale Aufmerksamkeit schenkt. Wenn Täter aus diesem Gesinnungsfeld nicht mehr als „Helden“ mediale Beachtung finden, sondern nur mehr in den Jahresberichten über die Kriminalitätsrate als anonyme Prozentsätze in Erscheinung treten, sinkt auch die Motivation, Hakenkreuze oder Ähnliches zu schmieren und sich dafür als Held feiern zu lassen. Strafrechtlich relevante Handlungen von Extremisten ohne Publizität für die jeweiligen Individuen abzuhandeln, und strafrechtlich nicht relevante Handlungen schon gar nicht publizistisch (hingegen sehr wohl soziologisch und politisch) zu registrieren wäre der klügste Beitrag, den die Medienlandschaft zum Abbau extremistischer Haltungen leisten könnte. Ob sie dazu ethisch in der Lage ist?

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