Schattenwirtschaft: Fluch oder Segen für die legale Volkswirtschaft?

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Auf ihm werden alle Umsätze getätigt, die ohne Gesetzesverletzung steuerfrei getätigt werden dürfen. Wenn alte Möbel, gebrauchte Fahrzeuge oder Werkzeuge aus dem Privatbesitz, oder sonstige Güter von einem Privaten an einen anderen verkauft werden, so sind diese Geschäfte meist steuerfrei.

Schließlich sollten auch die Selbsthilfeorganisationen, wie etwa die der Alkoholiker, der Schwergewichtigen, der Diabetiker und der Drogenabhängigen usw. als positive Elemente der Schattenwirtschaft gewertet werden. Sie entlasten die Krankenkassen und ersparen dem Gesundheitsdienst nennenswerte Kosten. Und sie machen aus Kranken ohne, oder mit minimalen, Kosten wieder gesunde Mitarbeiter der Volkswirtschaft.

Die Bedeutung der Selbstwirtschaft darf also keinesfalls unter den Teppich gekehrt werden. Weder ihre ökonomische Bedeutung im Rahmen der Gesamtwirtschaft noch ihre psychologische Bedeutung zur Befriedigung eines gesunden Triebes nach schöpferischer Tätigkeit kann heute noch geleugnet werden.

Wenn die Bürger feststellen, dass sie alle Aufgaben alleine unter sich viel besser, billiger und schneller, vor allem auch gerechter erledigen können, ohne die Hilfe des Staates und seiner bürokratischen Volkswirtschaft in Anspruch zu nehmen, dann wird diese Erkenntnis vielleicht auch dazu beitragen, dass sich in der staatlich kontrollierten Volkswirtschaft wieder ein neuer Trend zur Anerkennung der Leistung, eine Abkehr von der Bürokratie und eine Wende zur Risikobereitschaft durchsetzt, der dann das derzeitige Zeitalter der Leistungsverhöhnung beenden könnte.

Und wir dürfen deshalb auch den Möglichkeiten, die durch die Entwicklung der Dualwirtschaften für unsere Kultur eröffnet werden, auf keinen fall verschlossen gegenüberstehen. Das Zusammenwirken der Selbstwirtschaft mit der monetären Volkswirtschaft ist heute schon eine Tatsache, und wir müssen diese Zweiteilung anerkennen. Man sollte aber die legalen Zweige der Schattenwirtschaft von den illegalen und kriminellen trennen und den legalen Teil aus dem Bereich der Schattenwirtschaft ausklammern und in die offizielle Wirtschaft integrieren. Aus der heutigen offiziellen ausschließlich monetären Volkswirtschaft, die nur einen Teil der Gesamtwirtschaft erfasst, könnte dann eine "Dualwirtschaft" treten, die die derzeitigen Bedürfnisse der Menschen besser befriedigen würde als die heutige Wirtschaft, die alle Zweige der Schattenwirtschaft, auch die legalen und wohlstandsfördernden, außer Acht lässt. Die Eingliederung der Selbstwirtschaft in eine offizielle Dualwirtschaft würde sicher auch mehr als alle Gesetze und hohen Strafen sowie Kontrollen zur Bekämpfung der kriminellen und illegalen Zweige der Schattenwirtschaft beitragen.

Selbstverwirklichung durch bessere Verwertung aller Fähigkeiten in der "Selbstwirtschaft" und "Dualwirtschaft"

Es ist also nicht immer nur der steuerliche Vorteil, der sich nach Überschreiten des Scheitelpunktes in der Lafferkurve immer mehr bemerkbar macht, der zur Verschiebung des Schwerpunktes der Gesamtwirtschaft zur Schattenwirtschaft führt, sondern es sind auch oft arbeitspsychologische Momente, die das Wachstum der Schattenwirtschaft begünstigen. Monotonie im Arbeitsablauf, keine Möglichkeit zur Teilnahme an Entscheidungsprozessen, fehlendes Verständnis für die Bedeutung der eigenen Arbeit für das erzeugte Produkt, gewaltsame Trennung zwischen der Arbeit des Geistes und der Hand, sind negative Kennzeichen der zunehmenden Arbeitsteilung in der Industriegesellschaft.

Bei der Tätigkeit in kleinen überschaubaren Betreiben in der Schattenwirtschaft fällt diese Entfremdung oft fort, die Trennung zwischen Hand und Kopfarbeit ist weitgehend aufgehoben, oft kann die Arbeit in den eigenen 4 Wänden der Wohnung verrichtet werden und verliert schon dadurch den Aspekt der Entfremdung.

Nach der Auffassung des Soziologen Dahrendorf ist die Abwertung der legalen Erwerbsarbeit und die Aufwertung der Schwarzarbeit eine Folge des Bedürfnisses die fremdbestimmte, aus dem Gesamtzusammenhang herausgerissene Arbeit, gegen eine sinnvolle Tätigkeit auszutauschen.

Dahrendorf sieht also direkt in der Schwarzarbeit ein Signal für eine bessere Zukunft. Auch wenn man diesen Standpunkt nicht restlos teilt, muss man anerkennen, dass in der Schattenwirtschaft Werte geschaffen werden, die ohne Untergrundwirtschaft überhaupt nicht oder nur mit wesentlich höheren Kosten geschaffen werden könnten.

Viele Aussteiger aus der derzeitigen legalen Arbeitsgesellschaft beginnen erst nach Ergreifung eines ganz klar umrissenen Berufes in der Schattenwirtschaft zu lernen und sich im Untergrundberuf Kenntnisse anzueignen und zeigen damit auch einen Richtungswechsel für Bildung und Schule an, der von der etablierten Gesellschaft vorläufig nicht anerkannt wird.

Die Befürworter der "Dualwirtschaft " halten eine Spaltung der Gesellschaft in hoch spezialisierte Experten, die in der offiziellen Wirtschaft arbeiten und in ungeschulte Mitläufer, die in die Schattenwirtschaft abgedrängt werden für unvermeidlich. Letzteren bleibt dann keine andere Wahl, als sich durch Gelegenheitsarbeiten durchzuschlagen. Deshalb sollten möglichst viele Bürger nur einen Teil ihrer Arbeitszeit in der offiziellen Wirtschaft verbringen und einen restlichen Teil in der Freizeit, in der sie aber auch Arbeiten verrichten, die ihren eigenen Interessen oder der Gemeinschaft dienen. So meinen die Vertreter der Dualwirtschaft, könnte die Arbeitslosigkeit eingeschränkt und gleichzeitig vermieden werden, dass "menschliche" Arbeiten, die durch "Jedermann" besser und billiger verrichtet werden können, nur durch Experten verrichtet werden.

Die Schattenwirtschaft, das Fieberthermometer für den Gesundheitszustand der Gesamtwirtschaft

Betrachtet man die Schattenwirtschaft als Maßstab für den Gesundheitszustand einer Volkswirtschaft, so erkennt man, wie sie schon bei Beginn einer Krise an Bedeutung zunimmt und umgekehrt nach Gesundung der offiziellen Wirtschaft wieder an Bedeutung verliert.

Aber auch wenn man Länder, in denen die offizielle Wirtschaft besonders schlecht funktioniert, wie etwa die ehemalige UdSSR, Länder in denen die offizielle Wirtschaft relativ schlecht funktioniert, wie etwa Italien und Länder mit gesunder Wirtschaft, wie etwa die USA und die BRD, miteinander vergleicht, erkennt man, dass der

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